Alle Jahre wieder: Wie in der Vergangenheit, werden zum Jahreswechsel die Fahrkarten im öffentlichen Personennahverkehr in Mainz teurer. Zum 01.01.22 steigt ein Großteil der Fahrkartenpreise um durchschnittlich 1,5 Prozent, lediglich Sammelkarten, Seniorinnen- und Schülerinnentickets bleiben unverändert teuer. So wird eine Einzelfahrkarte ab Januar 2022 drei Euro kosten. Damit ist und bleibt Mainz eine der Städte mit dem teuersten ÖPNV in Deutschland.
Während einerseits die Fahrkarten immer teurer werden (und durch steigende Mietpreise und die hohe Inflation auch die Lebenshaltungskosten generell steigen), ist andererseits bei den bürgerlichen Parteien immer wieder von der Notwendigkeit einer Verkehrswende im Kampf gegen den Klimawandel die Rede.
Diese kann aber nicht umgesetzt werden, wenn die Ticketpreise immer weiter steigen, das Streckennetz nicht ausgebaut wird und der Nahverkehr somit immer unbezahlbarer und unakttraktiver wird. Gleichzeitig leiden die Beschäfigten im ÖPNV unter geringen Löhnen und schlechten Arbeitsbedinungen. Da der Mainzer Verkehrsgesellschaft nicht genügend Geld zur Verfügung steht, finanziert sie sich also auf dem Rücken der Fahrgäste und durch die Ausbeutung ihrer Arbeiter*innen.

Mobilität ist aus unserer Sicht ein Grundrecht, das allen bedingungslos zur Verfügung stehen sollte, anstatt vom Geldbeutel abzuhängen. Eine soziale und ökologische Verkehrswende ist im Kampf gegen den Klimawandel dringend notwendig, nicht nur in Mainz sondern bundesweit und international. So muss der Verkehrssektor neu strukturiert werden, doch dazu sind Investitionen in kostenlosen ÖPNV und einen starken Ausbau des Streckennetztes notwendig. Nur so kann der Autoverkehr nach und nach reduziert werden, um schließlich überflüssig zu werden. Dies würde zu einer Senkung der Umweltbelastung durch CO2-Emissionen und damit verbundenen Gesundheitsrisiken führen und im Zuge dessen auch die Lebensqualität in den Städten und auf dem Land erheblich verbessern. Die Autoindustrie muss mit der kapitalistischen Profitlogik brechen, stattdessen müssen mehr Busse, Straßenbahnen und Züge produziert werden, um Streckenausbau und höhere Taktung überhaupt möglich zu machen. Aber eine ökologische Verkehrswende darf nicht auf Kosten der lohnabhängigen Bevölkerung umgesetzt werden. Statt Massenentlassungen braucht es Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Entgelt- und Personalausgleich sowie kostenlose Umschulungsprogramme, dort wo es notwendig ist. Dafür wollen wir gemeinsam in und mit den Gewerkschaften kämpfen.

Als linksjugend [’solid] Mainz fordern wir deshalb einen attraktiveren ÖPNV zum Nulltarif, einen Ausbau des Streckennetzes mit höherer Taktung, konsequenten ÖPNV-Anschluss in ländlichen Regionen und bessere Löhne und Arbeitsbedingungen für die Angestellten im ÖPNV. Die Autoindustrie und private Verkehrsunternehmen sollen in öffentliches Eigentum überführt und durch die Arbeiter*innenschaft demokratisch kontrolliert werden.

Wenn du uns zustimmst oder mit uns diskutieren willst, trete gerne mit uns in Kontakt, komm zu einem unserer Basisgruppentreffen und werde mit uns aktiv! Für eine soziale und klimafreundliche Verkehrspolitik und gegen kapitalistische Profitlogik!

Kommentar verfassen