Aus Solidarität mit den drei kurdischen BürgermeisterInnen, die vor ein paar Tagen aus ihrem Amt enthoben wurden, fand gestern um 17 Uhr spontan eine Kundgebung am Mainzer Hauptbahnhof statt. Die Amtsenthebung der drei BürgermeisterInnen stellte einen weiteren Versuch Erdogans da, den Widerstand gegen ihn und seine AKP-Regierung zu brechen. Kurz nach der Bekanntmachung der Amtsenthebung kam es in einigen kurdischen Provinzen zu großen Protesten, auch wurden neben Mainz in einigen weiteren deutschen Städten Kundgebungen aus Solidarität organisiert. Wir als linksjugend [´solid] Mainz haben als Internationalist*innen an der Kundgebung teil genommen, um unsere Solidarität mit dem kurdischen Volk und seinem Recht auf nationale Selbstbestimmtheit auszudrücken. In einer spontanen Rede eines Genossens betonten wir, dass es wichtig ist auch aus Deutschland Solidarität zu organisieren. Wir verurteilten die Kriminalisierung des Protestes seitens des deutschen Staates. (Wie schon bei vorherigen Demonstrationen kurdischer Gruppen war auch dieses Mal eine für Mainzer Verhältnisse übergroße Polizeipräsenz vor Ort.) Gleichzeitig betonten wir, dass der Freiheitskampf des kurdischen Volks nur auf Gundlage eines sozialistischen Programms erfolgreich sein kann. Armut und Unterdrückung haben nämlich ihre Wurzeln im kapitalistischen System. Wir betonten, dass Erdogan nichts weiteres als das Interesse der türkischen Bougoisie vertrete. Deshalb versucht er auch, seinen Einfluss in Nordsyrien und der gesamten Region auszudehnen. Um dies möglichst effektiv voran zu treiben, ist sich auch die deutsche Bundesregierung nicht zu schade, weiterhin Waffen an Erdogan zu liefern. Schließlich kann man ja mit Waffenlieferungen fette Profite machen. Das diese am Schluss dafür eingesetzt werden, dass kurdische Volk zu terrorisieren, ist offensichtlich zweitrangig.

Dehalb forderten wir in unserer Rede

1. Den Stopp aller Waffenlieferungen in die Türkei und weltweit.

2. Die Aufhebung des PKK-Verbots und den Stopp der Kriminalisierung des Protestes.

Am Rande der Demonstration versammelte sich eine Gruppe türkischer Nationalisten, die versuchten die Kundgebung zu stören. Diese konnten aber gut zuückgedrängt werden, sodass die Kundgebung reibungslos weitergehen konnte. Allgemein sehen wir die gesamte Kundgebung sehr positiv. Zusammen mit etwa 50-60 Menschen konnten wir ein klares Zeichen setzen und auf das Thema aufmerksam machen. Wir denken, dass es wichtig ist, weiterhin Solidarität zu organisieren, aber gleichzeitig nicht zu vergessen, dass das Vorgehen in Kurdistan kritisch zu beurteilen ist und weiter diskutiert werden muss, wie ein freies und sozialistisches Kurdistan entstehen kann.

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