Stop the violence – Für einen kämpferischen und antirassistischen Feminismus

Die 14-Jährige Mainzerin Susanna wurde zunächst Opfer sexualisierter Gewalt und wurde daraufhin ermordet.
Diese grausame Tat erschüttert uns zutiefst und wir möchten der Familie und den Angehörigen unser tiefstes Mitgefühl aussprechen.

Dabei stellen wir uns gegen die Instrumentalisierung durch AfD und Co.!

Auch im Fall von Susanna versuchen wieder einmal rechte Gruppen, die schreckliche Tat zu instrumentalisieren und zur Stimmungsmache gegen Migrant*innen und Muslime zu machen. Sie zeichnen ein Bild von lediglich muslimischen und geflüchteten Tätern im Gegenzug zum „anständigen, deutschen Mann“, der seine Frau, respektiert und beschützt.
Dieses Bild entspricht keinesfalls der Realität. Gewalt an Frauen tritt bei allen Nationalitäten und in allen Gesellschaftsschichten auf. Entlarvend ist hierbei, dass sich die rechten Hetzer*innen genau die Fälle heraussuchen, die in ihr Bild passen. So wurden 2017, laut Kriminalstatistik, 143 Kinder ermordet. Einen Aufschrei, insbesondere über die Herkunft der Täter, gab es nur bei wenigen Fällen.
Keinesfalls verharmlosen wir die in Mainz begangene Tat oder versuchen die mutmaßlichen Täter zu schützen. Es ist jedoch falsch, die Gruppe der Täter auf eine bestimmte Herkunft oder Religion zu beschränken. Zudem ist die Forderung nach „Abschiebungen von kriminellen Migrant*innen“ keine Maßnahme, und hilft den Betroffenen nicht.

Gewalt an Frauen entgegentreten!

Im Jahr 2017 wurden 11.282 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung polizeilich erfasst. Die Zahl an sexuellem Missbrauch von Kindern bis 14 Jahren wird für das Jahr mit 13.539 angegeben, und ist damit, im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken.
Insgesamt haben 40% aller Frauen ab ihrem 16. Lebensjahr bereits mindestens einmal körperliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt. Die Täter sind dabei meist Personen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld und besonders häufig Beziehungspartner. Die Dunkelziffer ist bei allen Formen der Gewalt nochmals deutlich höher.

Diese Zahlen sind erschreckend und bilden das Spiegelbild einer Gesellschaft, die vom Patriarchat geprägt ist. Das bedeutet, nicht nur deutsche Frauen leiden darunter, sondern überall auf der Welt gibt es solche Übergriffe. Diese gehen von Deutschen nicht häufiger oder seltener als von Männern anderer Nationalitäten aus. Wir solidarisieren uns mit allen Frauen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, egal welcher Nation der Täter angehört.

Deswegen stellen wir uns gegen den Versuch den Feminismus von rechts zu bedienen. Feminismus muss stets auch antirassistisch sein. Gewalt und Unterdrückung müssen international bekämpft und überwunden werden.
Es braucht mehr Geld für gut ausgestattete Hilfsprojekte, Beratungsstellen und Frauenhäuser. Neoliberale Sparprogramme stehen diesem im Weg.

Unser Feminismus bleibt antirassistisch.

SDAJ RLP
DVG-VK Hessen-RLP
VVN-BdA Mainz-Bingen
Friedenstreff Rüsselsheim-Untermain
DKP Mainz

Gutmenschliche Aktion Mainz
Linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz
Gegen Rechte Hetze – Mainz
Antifaschistischer Aufbau Mainz

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