Bericht über die Gegendemo zur AfD Veranstaltung in Mainz-Gonsenheim Am 06.11. veranstaltete die AfD im Rathaus Mainz-Gonsenheime einen Vortrag mit dem reißerischen Titel „Zeitbombe Migration – Deutschlands Selbstauflösung“. Der Landtagsabgeordnete Matthias Joa, der unter anderem die Meinung vertritt, „Afrikaner*innen trügen an ihrem Elend selbst Schuld“ und die Bundesrepublik Deutschland sei ein „totalitärer Linksstaat“, hat dort das rechtsradikale Programm der AfD verbreitet. Das war eine von vielen rassistischen Veranstaltungen, die die AfD in den vergangenen Wochen organisiert hat. Doch in Gonsenheim blieb das ganze nicht ungestört: Schon weit vor Beginn der Veranstaltung sammelten sich Menschen in der Nähe des Rathauses. Von gleich zwei Seiten wurde versucht, die Veranstaltung zu stören. Die Polizei verhinderte zwar, dass die Demonstrant*innen all zu nah an das Rathaus gelangen konnten, der Protest war aber dennoch lautstark. Bemerkenswert war hierbei die Pluralität der bis zum Beginn der Veranstaltung immer größer werdenden Gegendemo. Angemeldet wurde sie vom Ortsvorsteher. Die Teilnehmenden waren zum Teil aus Gonsenheim selbst, aber es waren auch der VVN-BdA und Attac vertreten. Andere Gruppen traten neben der linksjugend [’solid] nicht offen auf, es wurden aber auch Flyer für die Seebrückendemo verteilt. Mit viel Gepfeife wurden die ankommenden AfDler begrüßt. Auf der Demo wurden Rufe gegen die AfD, aber auch Sprüche wie „Ihr habt Angst vor Flüchtlingen in Booten, ihr seid nur rassistische Idioten!“ gerufen. Viele der älteren Demoteilnehmer*innen hatten selbstgemachte Schilder mit antirassistischen Sprüchen dabei und zu Beginn waren sogar Familien mit Kindern anwesend. Insgesamt waren etwa 200 Menschen gegen die AfD anwesend. Das ist ein großer Anstieg verglichen mit vergangenen AfD-Veranstaltungen dieser Art. Das zeigt, dass in unserer Gesellschaft nicht nur ein Rechtsruck stattfindet, sondern sich viele Menschen auch offen gegen Fremdenfeindlichkeit stark machen wollen. Es findet eine Polarisierung statt, die LINKE und linksjugend nutzen sollten, um auf den Ursprung von Rassismus aufmerksam zu machen: soziale Ungerechtigkeit. Der Politikwechsel, den wir fordern, muss bei solchen Veranstaltungen verbreitet werden und Zuwachs gewinnen. Viele der Anwesenden, die größtenteils bis zum Ende blieben, interessierten sich auch für unsere Flyer und andere Materialien. Ein erfolgreicher Abend gegen rechts also, der uns motiviert, weiter für unsere Sache zu kämpfen.

Alerta Antifascista!

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