Solidarität mit Katalonier*innen, die für die Durchführung eines Unabhängigkeitsreferendums kämpfen!

Schon seit einigen Wochen berichten viele Medien von dem geplanten Referendum in Katalonien und über dessen Unabhängigkeit von Spanien. In der bürgerlichen Presse wird dies als lächerlicher Regionalkonflikt abgetan und behauptet die Katalonier*innen fühlten sich als wirtschaftsstärkste Region Spanien vom Rest des Landes „runter gezogen“. Dies könnte nicht weniger wahr sein, wirklich geht es um viel mehr. Erstens ist Katalonien nicht wie ein Bundesland in Deutschland, sondern besitzt eine eigene Sprache und war schon in der Vergangenheit eine eigener Staat. Katalonien hat ein ganz eigenes Nationalbewusstsein abseits von Spanien und viele Katalonier*innen fühlen sich daher von der Zentralregierung in Madrid unterdrückt. Zweitens stand Spanien bis 1978 unter der Macht des faschistischen Diktators Franco und dessen Spuren sind bis heute in der Justiz und Polizei zurückgeblieben, für viele Katalonier*innen ist dies auch ein Kampf gegen die faschistische Vergangenheit. Drittens ist ein Kampf für Nationale Souveränität immer ein Kampf gegen die alte Herrschaft und die herrschende Klasse, das hat man im Irland Konflikt gesehen, in Indien, in den USA und auch 1848 in Deutschland (auch, wenn diese Kämpfe nicht immer von Linken angeführt worden sind, waren sie dennoch ein Kampf gegen Fremdherrschaft und Unterdrückung). Genau dies sehen wir auch in Katalonien, für viele Katalonier*innen steht die regierende konservative PP in Madrid für Kürzungen in der Bildung, Pflege und im Arbeitssektor, für Privatisierungen und für eine neo-liberale Politik (was sie auch tut!). Der Kampf gegen Madrid ist auch ein Kampf gegen die Kapitalist*innen. Die Aufgabe der Linken in Spanien und Katalonien ist es, den Schwerpunkt dieses Kampfes auf soziale Verbesserungen zu richten. In Katalonien besteht nun die Möglichkeit, den Menschen den wahren Feind aufzuzeigen, die Kapitalist*innen, und direkt für ein sozialistisches Katalonien zu kämpfen.
Die neusten Entwicklungen in Barcelona zeigen, dass jetzt auch die organisierte Arbeiter*innenklasse in diesen Konflikt eingreift. Am heutigen Tage hat nämlich die Ortsgruppe der Hafenarbeiter*innengewerkschaft beschlossen, dass sie den Versuch unternimmt das Anlanden der Schiffe, die die Zentralregierung im Hafen der Stadt anlanden will, um auf ihnen mehrere tausend Polizist*innen zu stationieren, zu verhindern! Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit den Hafenarbeiter*innen und sagen zu Rajoy und seinen Schergen:“ Stoppt die Repressionen!“
Außerdem rufen unsere Genoss*innen der katalonischen Schüler*innengewerkschaft am 28.09. zu einem Generalstreik der katalonischen Schüler*innen auf. Dies tun sie, um die Durchführung des Unabhängigkeitsreferendums durchzusetzen. Sie tun dies auf Basis eines sozialistischen Programms!
Wir als Linksjugend [’solid] Mainz erklären uns deshalb solidarisch mit den Kämpfen in Katalonien und wünschen alle Katalonier*innen viel Glück und Mut! Lasst Katalonien wählen! NO PASARAN!

Mehr zum Thema „Katalonien“:

https://linksjugend-mainz.de/2017/12/25/katalonien-nach-der-wahl/

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