Am 08.02.17 lud die sogenannte Alternative für Deutschland Rheinland-Pfalz wieder einmal ins Bürgerhaus Mainz-Finthen. Das Thema des Abends lautete “Warum Familie unersetzlich ist” referiert vom Journalisten Jürgen Liminski, welcher regelmäßig bei der rechten Wochenzeitung “Junge Freiheit” publiziert. Zwei unserer Genossen gelang es der Polizei, welche mit einem massiven Aufgebot den Veranstaltungsort absicherte, zu erklären, dass man lediglich wegen des Vortrags hergekommen sei, woraufhin ihnen zutritt zur Veranstaltung gewährt wurde.
Anwesend waren nebenn den MdL Michael Frisch und Joachim Paul, knapp 30 Menschen im Alter von wohl 45-70, sowie zwei Kleinkinder. Man möge an dieser Stelle schon bemerken, das AfD Veranstaltungen natürlich keine dogmatische Indogtrination darstellt, wie sie unsere aktuellen Schulbildung und Medienlandschaft betreibt.
Die Inhalt des Vortrags wurde zu Beginn der Veranstaltung von Michael Frisch eigentlich schon vollständig erläutert: Die Famlie ist in Gefahr! Sie besteht unter Beschuss durch den Staat, die Wirtschaft und die “Gender-Ideologie”. Mütter sollten eher Zuhause bleiben und sich um ihre Kinder kümmern, anstelle einer Erwerbsarbeit nachzugehen und ihren Nachwuchs in KiTas abzugeben, wo der Staat deren Erziehung übernehme(Vergleichbar mit der DDR,natürlich). KiTas wurden unter anderem als “afikanische Dörfer” tituliert.
Jürgen Liminski,welcher übrigens 10 Kinder hat, lieferte einen Vortrag, welcher beinahe ausschließlich daraus bestand, Zitate aufzuzählen, welche sich positiv auf die Familie beziehen und welche er als Belege, gegen eine öffentliche Kinderbetreuung auslegte. Diese Zitate reichten dabei von Aristoteles, über Kaiser Claudius bis Max Weber. Inwiefern das temporäre Unterbringen eines Kindes der Beziehung zu seinen Eltern und seiner allgemeinen Entwicklung schade, blieb dabei unbeantwortet.
Er sprach wiederholt vom “Verrat an den Familien” durch die herrschende Politik, die Medien und eine “rot-grüne Mehrheitsgesellschaft”. Eine besonders interessante Darlegung, war seine Behauptung, dass 70% aller Journalist*innen kinderlos seien, woraus ja fas unumgänglich hervorgehe, dass diese keinen Bezug zur Familie hätten und in einer anderen Realität lebten, woraus die familienfeindliche Berichterstattung folgt. Eine Mehrheitliche rot-grüne Einstellung habe die Schreibendezunft sowieso. Der einzige noch kinderlosere Beruf, seien die Sozialarbeitenden.(Was einen unserer anwesenden Genossen sehr amüsierte, da er aktuelle Soziale Arbeit studiert)
Auch war es ihm ein wichtiges Thema, dass durch Medien und “Genderideologie” der Fokus sich zu sehr auf “Randgruppen” wie Homo- und Transsexuelle richtete, anstatt auf die primär vorliegende “klassische Familie”. Er betonte, dass es kein “weltweites Menschenrecht auf die Homoehe” gebe, da diese ja nur in 22 Ländern existierte. Schwule und Lesben totschlagen, wie in Russland wolle man zwar nicht, aber es muss nach ihm auch nciht so oft darüber berichtet werden.
Dem Vortrag war inhaltlich zu entnehmen, dass “Familie und Bindung wichtig ist”, Mütter ihr Recht behalten sollten, keiner Erwerbstätigkeit nachzugehen und die Kindererziehung persönlich zu übernehmen, anstatt ihre Kinder in staatlichen Einrichtungen verkümmern zu lassen.
Für uns blieb offen: Und welche Politik folgt für die AfD jetzt daraus?
Auf diese Frage meinte man, man wolle Paare mit Kindern bevorzugen. Z.B. so, dass Familien mit 2-3 Kindern nicht in die Rentenkassen einzahlen müssten, um sie so zu entlasten. Wie das für die Gesellschaft tragbar ist und vor Altersarmut schützen soll ist fraglich. Ebenso wolle man die eigene Erziehung in der Familie fördern. Das Betreuungsgeld der CSU wurde mehrfach gelobt, welches den meisten als “Herdprämie” bekannt sien sollte.
Gegen Ende der Diskussionrunde wurde es nochmal spannend. Eine Teilnehmerin der Veranstaltung, welche zunächst auslegte, dass Familie immer Verzicht bedeutete, weswegen Institutionen wie Ganztagsschulen und Familienmodelle, in den beide Elternteile erwerbstätig sind, allein schon undenkbar seien, übte Kritik an der heutigen Konsumgesellschaft. Dies fand in der Runde großen Anklang. Auf unsere Nachfrage, warum sie sich dann gerade für eine neoliberale Partei begeisterten, erwiderte Joachim Paul(welchr im übrigen Lehrer ist) empört, dass es sich bei der AfD um eine Sozialstaatspartei und keine neoliberale handle. Die Erwiderung, dass der Begriff “Sozialstaat” nicht einmal im Grundsatzprogramm seiner Partei vorkommt, antwortete er mit “Fake News”. (Entsprechende FaneNews: http://www.taz.de/!5287007/) Wir emphelen auch allen Interessierten den Selbstversuch mit einer Suchfunktion zu vollziehen.
Paul sprach sich weiter für den deutschen Sozialstaat aus und meinte diesen wolle man beibehalten, für “Einzahler und Deutsche”, statt ihn, wie die Linkspartei für alle Menschen auf der Welt zu öffnen. “Offene Grenzen und Sozialstaat gehen nicht.” Auch wolle man gerade Arbeiter*innen und den Mittelstand vergüten. Wie das mit Steuererliechterungen für Konzerne und Superreiche funktionieren soll, bleibt weiterhin das Geheimnis der AfD.
Neben diesen ekelerregenden Äußerungen amüsierte er uns jedoch noch einmaal in dem er meinte, DIE LINKE sollte sich doch einmal auf die Arbeiterklasse beziehen, welche prinzipiell immer konservativ sei und sich wenig für Yogakurse interessiere.
Was uns bleibt ist ein Abend voller difuser und oft nichtssagender Äußerungen über Familie, bei der permanent eine latente Angst zu spühren war. Angst vermutlich vor dem Neuen, dem Ungewissen. Einer Welt in der sich Menschen nicht mehr simpel in “Mann” und “Frau” einteilen lassen und Familienmodelle vielfältiger geworden sind. Leider aber auch Ängste vor einer realen familienunfreundlichen Politik, in der der Mensch lediglich als Humankapital betachtet wird. Doch anstelle diese Politik sozialer zu gestalten, sucht man die Reaktion.

Wer sich den Gesamtenvortrag anhören möchte(ein paar Fixpunkte stehen in der Videobeschreibung):

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